Grüngut

Beim Verwertungsprozess von Grüngut handelt es sich um den Abbau bzw. Umbau von organischer Substanz durch Mikroorganismen. 

Rüstabfälle, Speisereste, Grasschnitt, Gartenabraum etc. sind biogene Abfälle, welche nicht nur Nährstoffe, sondern auch viel Energie enthalten. Beides kann wiedergewonnen und -verwertet werden.

Die getrennte Sammlung wurde in der Schweiz seit dem Inkrafttreten der Technischen Verordnung über Abfälle (TVA) 1990 nach und nach eingeführt. Seit dem Jahr 2000 – als das Deponieverbot für organische Abfälle in Kraft trat – stieg die Menge separat gesammelter biogener Abfälle deutlich an.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kompostierung und Vergärung, wobei erstgenanntes mit und letzteres ohne Sauerstoff geschieht. Durch die Grüngutverarbeitung bleibt dem Boden das wertvolle, organische Material erhalten und wird nicht durch Verbrennung zerstört.

Kreislauf von Grüngut

Vergärung

Biogene Abfälle in einem Container.

1 – Sammlung biogener Abfälle

Der Grünabfall wird schweizweit gesammelt und abgeführt. Es handelt sich um Garten- und Küchenabfälle wie auch Speisereste. Die separate Sammlung von Grüngut bringt enorme Vorteile, wie der folgende Kreislauf aufzeigt.  

2 – Anlieferung Vergärungsanlage

Die Vergärungsanlage ist eine Recyclinganlage für Grüngut. Das Ziel davon ist es, Biogas zu gewinnen, welches anschliessend in Energie umgewandelt werden kann.

3 – Vergärung

Im Gärprozess wird das Grüngut luft- und lichtdicht verschlossen und Mikroorganismen bauen das biologische Material ab, durch was das Biogas entsteht. In der Regel dauert der Gärprozess ca. 3 bis 4 Wochen. Mit dem Biogas wird wertvolle Energie gewonnen, welche in Strom, Treibstoff oder Wärme umgewandelt werden kann.

4 – Festes / Flüssiges Gärgut

In Schmelzwerken wird das Recyclingmaterial eingeschmolzen. Dafür wird eine Temperatur von ca. 800 Grad benötigt. Der Schmelzpunkt von Aluminium liegt bei 660 Grad Celsius.

Traktor, der ein Feld düngt.

5 – Düngung Landwirtschaft

Mit dem aus der Vergärung gewonnen biologischen Dünger kann in der Landwirtschaft viel erreicht werden. Die Dünger sind pestizidfrei und geben dem Boden wieder neue Nährstoffe.

Knospe, die aus der Erde wächst.

6 – Lebensmittelproduktion

Auf den Feldern werden wieder neue Lebensmittel wie z.B. Gemüse angebaut. Das Wachstum der Pflanzen wurde durch den Bio-Dünger optimal unterstützt und vergrössert die Ernte.

Gemüse in Kiste.

7 – Konsum/Nutzung

Die Lebensmittel werden konsumiert und allfällige Küchenabfälle oder Speisereste beginnen den Kreislauf wieder von vorne.

Kompostierung

Sammelcontainer mit biogenem Abfall wie Bananenschalen.

1 – Sammlung biogener Abfälle

Der Grünabfall wird schweizweit gesammelt und abgeführt. Es handelt sich um Garten- und Küchenabfälle wie teilweise auch Speisereste. Die separate Sammlung von Grüngut bringt enorme Vorteile, wie der folgende Kreislauf aufzeigt.

Grünabfall aus dem Garten.

2 – Anlieferung Kompostplatz

Bei der aeroben Kompostierung, also unter Luftzufuhr, werden biogene Abfälle durch Mikroorganismen (und teils auch durch grössere Lebewesen) abgebaut.

Unterschiedlicher Grünabfall.

3 – Aussortieren des Materials für Vergärung, falls zu nass

Das biogene Material wird aussortiert und von allfälligen Fremdstoffen getrennt. Sollten Teile des Kompostmaterials zu nass sein, kommen sie in die Vergärung.

4 – Schreddern des Materials, falls zu gross

Für die optimale Kompostierung sollte das Material nicht zu gross sein und wird deshalb noch geschreddert.

5 – Mieten anlegen und regelmässig umsetzen

Hierzu werden sogenannte Mieten angelegt, welche zuvor aufbereitet wurden und regelmässig umgesetzt (durchmischt und gewendet) werden müssen.

Hand, die Kompost hält.

6 – Kompost

Durch den Kompostierungsprozess entsteht Hitze, welche gewährleistet, dass das Endprodukt hygienisch einwandfrei ist. Sobald der Kompost die gewünschte Qualität erreicht hat, geht er in die Landwirtschaft.

Gelbes und grüner Acker, die durch eine Strasse getrennt werden.

7 - Landwirtschaft

Der Kompost wird unter anderem benutzt, um dem Boden neue Nährstoffe zu liefern. Der Kompost ist für eine optimale Bodenmischung ein unverzichtbarer Bestandteil.

Knospe, die aus der Erde wächst.

8 - Lebensmittelproduktion

Auf den Feldern werden wieder neue Lebensmittel wie z.B. Gemüse angebaut. Das Wachstum der Pflanzen wird vom nährhaften Boden unterstützt.

Korb mit frischem Gemüse wie Karotten, Mais und Kürbis

9 - Konsum / Nutzung

Die Lebensmittel werden konsumiert und allfällige Küchenabfälle oder Speisereste beginnen den Kreislauf wieder von vorne.

Was gehört in die Sammlung Grüngut?

Gesammelt werden:

  • Gartenabraum
  • Küchenabfälle und Speisereste*

* Sammelfraktion kann von Annahmemöglichkeiten der Verwertungsanlage variieren. Daher sind bspw. Küchenabfällen und Speisereste nicht bei jeder Grüngut-Sammlung erlaubt. Bitte informieren Sie sich diesbezüglich vorgängig bei Ihrer lokalen Sammelstelle oder Gemeinde.

    Das sollten Sie beim Trennen, Sammeln und Zurückbringen beachten

    • Informieren Sie sich mit Hilfe des Entsorgungskalenders / Recyclingkalenders, welche Fraktion in ihrer Gemeinde separat gesammelt werden. 
    • Für grosse Äste, Stämme und Wurzeln wird teilweise ein Häckseldienst angeboten, beachten Sie den Recyclingkalender oder kontaktieren Sie Ihre Gemeinde.
    • Prüfen Sie die Möglichkeit eines Hauskomposts.

    In eine andere Sammlung oder den Hauskehricht gehören:

    • Fremdstoffe wie Steine, Schnüre, Büchsen, Plastik, Papier und Karton
    • Erde in grossen Mengen (⇒ Entsorgung über Gartenbaufirma)

    Wollen Sie Fehlwürfe in der Grüngutsammlung vermeiden? Dann bestellen Sie jetzt Informations- und Kommunikationsmaterial der Kampagne "Grünabfuhr - aber ohne Plastik!"

    Wo wird Grüngut gesammelt?

    Je nach Sammelsystem besteht die Möglichkeit das Grüngut an der Gemeindesammelstelle zu entsorgen oder es wird vor der Haustüre abgeholt. Zum Teil haben die Sammelstellen saisonale Öffnungszeiten.

    Sammelstellen in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Recycling-Map

    Vorteile der Kompostierung oder Vergärung von Grüngut

    Das Ziel der Kompostierung ist, organisches Material in den Stoffkreislauf der Natur zurückzuführen. Gleichzeitig ist Humus bodenverbessernd und erhöht die Rückhaltfähigkeit von Wasser. Je nach Nährstoffgehalt ist ausgereifter Kompost ein vollwertiger Dünger und kann den Einsatz eines chemischen Düngers ersparen.

    Bei der Vergärung von Biomasse entsteht ein Biogas, welches als Treibstoff oder zur Produktion von Wärme oder Strom genutzt werden kann.
     

    Kennzahlen und Hintergrundwissen

    Aktuelle Zahlen zu den Sammelmengen finden Sie auf der Website des BAFU:

    www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/zustand/daten.html

    Organisation

    Biomasse Suisse ist der Verband, welcher die Biogas- und Kompostieranlagen, vor- und nachgelagerte Betriebe, Beratungsunternehmen, Forscher und Behörden vereinigt, welche sich der sinnvollen Verwertung von Biomasse verschrieben haben.

    Weitere Infos:

    Biomasse Suisse