Batterien und Akkus

Batterien und Akkus enthalten viele wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertet werden können. Zudem beinhalten sie einige schädliche Schwermetalle und speziell Lithium-Ionen-Akkus bergen ein gewisses Gefährdungspotenzial. Bei Überladung, Tiefentladung oder Beschädigung können sie in Brand geraten. 
Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig, dass Batterien und Akkus nicht im Kehricht verschwinden, sondern fachgerecht entsorgt werden.

Kreislauf von Batterien

1 – Zurückbringen

Die Konsument*innen bringen ihre ausgedienten Batterien an eine Verkaufs- oder Gemeindesammelstelle zurück. Bereits beim Kauf der Batterie bezahlt der Konsument eine vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG). Damit werden die Sammlung, der Transport und die umweltgerechte Entsorgung finanziert.

2 – Lieferung an Batrec

Die Batterien werden zum einzigen Schweizer Batterien-recycler, der Batrec Industrie AG in Wimmis transportiert. Die Batrec Industrie AG hat sich auf die Entsorgung von Sonderabfällen, insbesondere Batterien und Quecksilber, spezialisiert.

3 – Triage

Die Batterien und Akkus werden nach chemischer Zusammensetzung sortiert und Fremdstoffe und Verunreinigungen werden entfernt.

4 – Pyrolyse

Die Batterien werden bei Temperaturen von ca. 700° Celsius pyrolysiert. Dabei verdampft das Wasser. Alle organischen Bestandteile (Papier, Plastik, Karton etc.) werden verkohlt.

5 – Abgasreinigung

Die Abgase werden in der Abgasreinigung nasschemisch mit Kreislaufwasser gewaschen und auf 4 Grad Celsius abgekühlt. Die Feststoffe werden ausgewaschen und das Quecksilber kondensiert. Der anfallende Schlamm wird in der Quecksilberdestillation weiterverarbeitet.

6 – Metallgewinnung

Die metallischen Bestandteile werden im Lichtbogenofen bei einer Temperatur von 1500 Grad Celsius geschmolzen. Eisen und auch das Mangan bleiben in der Schmelze und bilden das Ferromangan. Zink verdampft und wird im Zinkkondensator zurückgewonnen.

7 – Abwasseraufbereitung

Die bei der Abgasreinigung anfallenden Abwasser werden filtriert und von Cyanid, Fluorid und Schwermetallen gereinigt. Die Feststoffe werden in die Pyrolyse zurückgeführt und das gereinigte Abwasser wird in die Kanalisation eingeleitet.

8 – Rohmaterial

Der Recyclingprozess von Batterien und Akkus schützt einerseits die Umwelt vor Schwermetallen und bringt andererseits wichtige Ressourcen für die Industrie hervor: Zink, Ferromangan, Quecksilber.

Was gehört in die Sammlung Batterien und Akkus?

Gesammelt werden:

  • Alle gebrauchten Batterien und Akkus (exkl. Fahrzeugbatterien)

    Zurück zur Verkaufsstelle / Autogarage gehören: 

    • Fahrzeug-bzw. Autobatterien 

    Wo werden Batterien und Akkus gesammelt?

    Verkaufsstellen nehmen Batterien und Akkus zurück

    In der Schweiz besteht eine gesetzliche Rücknahmepflicht für alle Verkaufsstellen und für den Handel. Batterien und Akkus kann man überall dort gratis zurückgeben, wo man sie erwerben kann – unabhängig von einem Kauf. In der Schweiz ergeben sich allein daraus mehr als 11’000 Sammelstellen, vom Detailhandel über Fachgeschäfte und Warenhäuser bis zu Poststellen, Kiosken und Tankstellenshops. Achten Sie auf die entsprechenden Einrichtungen oder auf die INOBAT-Sammelbox oder erkundigen Sie sich beim Verkaufspersonal.

    Gemeinden sammeln zentral

    In vielen Gemeinden können gebrauchte Batterien und Akkus auch an öffentlichen oder privaten Sammelstellen abgegeben werden. 

    Viele Unternehmen machen freiwillig mit

    Auch Firmen gehen mit gutem Beispiel voran und stellen ihren Mitarbeitenden Sammelstellen zur Verfügung. 
    Sammelstellen in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Recycling-Map 

    Spezial-Tipps zur Entsorgung von Lithium-Ionen-Akkus

    Wie erkenne ich Lithium-Ionen-Akkus?

    Lithium-Ionen-Akkus erkennt man häufig am aufgedruckten Zeichen: Li. Die sogenannten LiPo-Akkus sind eine Untergruppe der Lithium-Ionen-Akkus mit einem polymerartigen Elektrolyten statt eines flüssigen. Sie haben häufig eine flache Bauform und sind nur in einer Kunstofffolie eingepackt.
    Lithium-Ionen-Akkus sind nicht zu verwechseln mit Lithium-Metall-Batterien, die aussehen wie normale Batterien, aber mehr Energie abgeben können. Sie kommen häufig in Fotoapparaten und Blitzgeräten zum Einsatz. Achtung: Lithium-Metall-Batterien dürfen auf keinen Fall aufgeladen werden.
    Bei den aufladbaren Batterien handelt es sich nicht um Lithium-Ionen-Akkus, sondern um Nickel-Methallhydrid-Batterien (NiMh). Von ihnen geht keine Brandgefahr aus.

    Wo entsorge ich Lithium-Ionen-Akkus?

    Auf keinen Fall gehörten Lithium-Ionen-Akkus oder Geräte mit fest verbauten Akkus in den Kehricht: Durch die Müllpressen im Kehrichtwagen können die Akkus beschädigt werden und in Brand geraten.

    • Unbeschädigte Klein-Akkus können in normaler Batteriesammelstelle eingeworfen werden
    • E-Bike-Akkus: Rückgabe bei E-Bike-Händler, Ökihof oder Gemeindesammelstelle
    • Fest verbaute Akkus (Handy, Akkubohrer, elektrische Zahnbürste) nicht entfernen, ganze Geräte bei Händler abgeben oder in Elektroniksammlung der Gemeinde abgeben.

    Wie entsorge ich Lithium-Ionen-Akkus korrekt?

    • Freigelegte Pole mit Klebeband abkleben
    • Beschädigte oder geblähte Akkus zusätzlich in separatem Plastiksack verpacken und an bedienter Sammelstelle abgeben (Gemeinde oder Händler)
    • LiPo-Akkus mit dem dazugehörigen Ladegerät vollständig entladen, falls das Ladegerät die Möglichkeit bietet. Angaben des Herstellers beachten.

    Informationen für Händler/Sammelstellen von Li-Ionen-Akkus

    Wer Li-Ionen-Akkus in Verkehr bringt, ist verpflichtet, diese auch zurückzunehmen. Inobat stellt Händlern von E-Bikes, Zubehör für Modellbau oder Drohnen und Verkaufsstellen von elektronischen Geräten Merkblätter sowie spezielle Sammelbehälter zur Verfügung, die von autorisierten Transportunternehmen kostenlos abgeholt werden. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Merkblättern.

    Vorteile des Recyclings von Batterien und Akkus

    Gebrauchte Batterien gelten aufgrund ihres Schwermetallgehalts als Sonderabfall. Der einzig richtige Entsorgungsweg für Batterien ist die fachgerechte Wiederverwertung. Die gebrauchten Batterien werden nach neustem Stand der Technik zerlegt: Eisen, Mangan und Zink werden in einem hohen Reinheitsgrad zurückgewonnen und Schadstoffe in einer unschädlichen Form zur Entsorgung überführt.

    Werden die Batterien nicht richtig entsorgt, können die Schadstoffe auf der Deponie über das Sickerwasser oder über Reststoffe der Kehrichtverbrennungsanlagen in die Umwelt gelangen und diese belasten.

    Werden Batterien rezykliert, können wiederverwertbare Materialien zurückgewonnen werden. Gleichzeitig wird so die Umwelt vor Schwermetallen geschützt.
     

    Kennzahlen und Hintergrundwissen

    1Tonne

    rezyklierte Batterien und Akkus sparen so viele Umweltbelastungen ein, wie 2652 Liter Heizöl generieren. 

    Sammelquote

    80%

    Das BAFU gibt für Batterien einen Zielwert von 80% als Gesamtsammelquote vor.

    Hintergrundinfos zur Rücklaufquote

    Die Rücklaufquote aller gebührenbelasteten und gebrauchten Batterien ergibt sich aufgrund der Menge an Batterien, die in Verkehr gebracht werden sowie der Menge, die von den Konsumentinnen und Konsumenten gesammelt und bei einem bei der INOBAT registrierten Verwerter zur umweltgerechten Entsorgung übergeben werden. Zusätzlich werden seit 2017 die Rücklaufquoten nach den chemischen Systemen, heisst getrennt nach gebührenbelasteten Gerätebatterien (exkl. Lithium-Batterien) sowie gebührenbelasteten Lithium-Batterien, ausgewiesen. Die Rücklaufquote aller Geräte- und Industriebatterien (exkl. Lithium-Batterien) beträgt dabei aktuell 82.1%, diejenige von LithiumBatterien 19.5%. Lithiumbatterien haben eine lange Lebensdauer haben und aktuell werden grosse Menge an Lithiumbatterien in den Verkehr gebracht. 

    Weitere Infos zu der Rücklaufquote von Batterien in der Schweiz unter  

    www.inobat.ch/de/Batterierecycling/Batterieabsatz.php

    Organisation

    Die Erhebung, Verwaltung und Verwendung der vorgezogenen Entsorgungsgebühr (VEG) auf Batterien wird durch «INOBAT Batterierecycling Schweiz» (INOBAT) durchgeführt. Die KonsumentInnen entrichten die VEG mit dem Kaufpreis von Batterien und Akkus. Das BAFU gibt einen Zielwert von 80% als Gesamtsammelquote vor.

    Tätigkeitbericht 2020

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